Unser Wappen

Woher kommt das Wappen der KG Rot-Weiß?

Auf ihren schmucken rot-weißen Uniformen tragen die Mitglieder der Bütgenbacher Karnevalsgesellschaft ein Abzeichen mit zwei Wappen. Diese Wappen hat man von einem alten barocken Wappenstein übernommen, der über der Einfahrt des Torbaus des "Bütgnbacher Hofes", das jetzige Pflege- und Seniorenheim eingemauert ist.

Der „Bütgenbacher Hof“, der aus dem 15. Jahrhundert stammt, hat eine recht wechselvolle Geschichte, und es ist nicht das erste Mal, dass er wie vor etlichen Jahren dem Verfall preisgegeben schien. Unter Christoph von Reiffenberg wurde der Schultheissenhof im Jahre 1574/75 teilweise eingeäschert, jedoch sein Sohn Philipp ließ den Bau in den Jahren 1621-1624 wieder aufrichten. Der Enkel des Christoph von Reiffenberg, Philipp Christoph, verkaufte den Besitz an Peter Benignus von Baring, der im Jahre 1754 den Torbau anschloss und den verwüsteten Südflügel wiederherstellte. Die Familie von Baring war Mitbesitzer des Hofes von Amel und sehr wohlhaben.

Das Wappen derer von Baring ist ein fallendes silbernes Kreuz mit sechs roten Flammen umgeben auf einem gelben Feld. Die Familie Baring stammte aus Prüm und war erst Anfang des 18. Jahrhunderts in den Adelstand erhoben worden.

Die Gattin des Peter Benignus von Baring war eine aus St.Vith gebürtige von Dhaem. Die Familie Dhaem wurde 1738 in den Adelstand erhoben und gehört somit auch zum jungen Landadel. Die Familie stammt aus Larochette, dem benachbarten Luxemburg, und bekleidete dort und in der Herrschaft St.Vith hohe Beamtenstellen. Als man im Jahre 1602 St.Vith für 32.000 Taler brandschatzen ließ, nahm man Johannes Dhaeme als Geisel mit. Das von Kaiser Karl VI. verliehene Wappen zeigt ein gevierteiltes Wappenschild. Der Schild hat im ersten und vierten goldenen Feld ein rotes Kreuz mit vier kleinen goldenen Ringen und in der Mitte ein ebensolches Schloß mit verschlossenem Tor und drei Türmen, wovon der in der Mitte hervorragt. Das zweite und dritte silberne Feld führt einen schwarzen Stern von acht Spitzen, die in der Mitte eine sechseckige Raute von acht Linien bildet.

Die Fahne der K.G. Rot-Weiß Bütgenbach schmückt nun noch ein weiteres Wappen, das der ehemaligen Burgherren von Bütgenbach. Die von Rolshausen gehören dem alten Adel an, und als ursprünglicher Stammsitz wird das Dorf Niederhausen in der Grafschaft Solms bei Weilburg angesehen. Die schon im 13. Jahrhundert als de Rolshusen auftretende Adelsfamilie zählte zur reichsunmittelbaren Ritterschaft am Nieder- und Mittelrhein. Im Jahre 1503 kamen die Herren von Rolshausen auch in den Besitz der vom Herzog von Limburg erbauten Burg an der Work und behielten sie bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, als die Franzosen den Feudalherrschaften ein Ende setzten.

Das Wappen der von Rolshausen zeigt zwei silberne gekreuzte Schaufeln auf rotem Feld. Zur Zeit leben noch drei Nachkommen der Familie, und daher bedurfte es sogar ihrer ausdrücklichen Genehmigung, dass ihr Wappen als das offizielle Bütgenbacher Gemeindewappen geführt werden darf.

Sie gaben jedoch bereitwilligst ihre Zustimmung und fügten hinzu, dass es sie freue, dass nun der Name von Rolshausen, der fast drei Jahrhunderte mit der Ortschaft aufs engste verbunden war, nun auch in Zukunft in dem Gemeindewappen weiterleben werde.

Abschließend möchte auch ich einen Wunsch zum Ausdruck bringen. Möge die so aktive und beliebte Karnevalsgesellschaft auch weiterhin viel Freude verbreiten und die Fastnacht, einen altüberlieferten Brauch im Dorf, wachhalten!

(Beitrag stammt von Kurt Fagnoul - ehemailger Vorsitzender des Geschichts- und Museumsvereins „Zwischen Venn und Schneifel“)